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23. Februar 2004

Greenspan: "Traditionelle Darlehen mit Zinsbindung sind eine teure Methode zur Hausfinanzierung"

Greenspan hat in einer Rede vor der "Credit Union National Association" gesagt, Hauseigentümer "hätten zehntausende von Dollarn sparen können, wenn sie im letzten Jahrzehnt variable anstatt fixe Zinsen für ihre Darlehen gewählt hätten." Er fuhr weiter: "Amerikanische Verbraucher könnten davon profitieren, falls Kreditgeber mehr Produktalternativen zum traditionellen Zinsbindungsdarlehen anbieten würden."

Kurzfristige oder variable Darlehen waren sind in der Tat die günstigeren Anlagen in einem Umfeld mit sinkenden Zinsen, wie wir diese in den letzten zehn Jahren in den USA hatten. Jedoch, wie die Bank of England kürzlich warnte (siehe hierzu unser Rundschreiben vom 18. November 2003), sind viele Verbraucher sich nicht über die Risiken von kurzfristigen Schulden in einem Umfeld steigender Zinsen bewusst.

Es gibt eine Vielzahl von kurzfristigen und variablen Zinsprodukten für erfahrene (oder naive) Hauseigentümer. Greenspan's Rede ist eine Ermunterung, diese Instrumente mehr zu nutzen. Das Wall Street Journal kommentiert, "es ist fast noch nie vorgekommen, dass ein Vertreter der Zentralbank Ratschläge über Zinsen gibt, über die sie enormen Einfluss hat."

Wir gehen noch einiges weiter: falls Greenspan seine Kommentare nicht relativiert, muss er zurücktreten. Hauseigentümern zu empfehlen, sich mit kurzfristigen Darlehen hohen Krediten auszusetzen, entspricht einem finanziellen Notruf. Greenspan's Worte zeigen wie er aus Verzweiflung Verbraucher dazu bringen will, immer mehr Geld aus ihren Häusern zu holen, die Preise weiter in die Höhe zu treiben. Er kann sich seinen Aufruf nur leisten, wenn er weiss, dass Zinsen noch für Jahre sehr tief bleiben ewrden. Die "Kosten" hierfür werden deutlich höhere langfristige Zinsen, sowie ein zusammenbrechender Dollar sein.

Wir hoffen sehr, das Greenspan seine Worte relativieren wird. Aber wir glauben, dass Greenspan in der Tat am verzweifeln ist und genau meint, was er gesagt hat. Greenspans Geldpolitik hat immer schon darauf basiert, dass Wohlstand durch steigende Immobilienpreise erreicht wird. Er nimmt dieses Konzept auf ein neues Niveau, und riskiert dabei eine noch nie erlebte "Immobilienblase", gefolgt von einem Zusammenbruch von noch nicht erlebten Ausmassen.

Falls Greenspan an der Macht bleibt, kann es durchaus sein, dass er mit seiner Politik Erfolg haben wird, und es seinem Nachfolger überlassen wird, sich mit den Konsequenzen auseinanderzusetzen. Greenspan will Inflation, und es gibt kaum einen besseren Weg, diese zu erreichen. Mit dem Haken allderdings, dass die Federal Reserve Bank die Zinsen dann nicht zur Inflationsbekämpfung anheben kann, ohne eine Depression heraufzubeschwören.

Bitte nehmen sie mit uns Kontakt auf, wenn wir Ihnen Fragen beantworten können.

Axel Merk
Merk Investments

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