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18. März 2004

BMW spekuliert auf stärkeren Dollar - ein fataler Fehler

BMW gab gestern bekannt, dass es sich künftig nicht mehr gegen einen schwächeren Dollar absichern möchte. BMW meint, der Euro sollte bei etwa $1,10 stehen, der Euro sei überbewertet.

Unserer Ansicht nach ist diese Einstellung fatal:

  • die Stärke von Autoherstellern liegt im Autobau und -vertrieb, nicht im Vorhersagen von Wechselkursen.

  • Währungsabsicherungsgeschäfte kosten Geld. Wir können uns vorstellen, dass diese Absicherungsgeschäfte derart teuer geworden sind, dass einige in der Chefetage bei BMW der Meinung sind, dass sie dann lieber ein Währungsrisiko eingehen. Das Problem dabei ist natürlich, dass bei einem weiter sinkenden Dollar die Wettbewerbsfähigkeit umso mehr leidet. Dies ist nicht die richtige Medizin für Überinvestitionen in anderen Bereichen.

Eine Alternative zum Hedgen ist eine verstärkte Betonung des "natural hedges", der Produktion vor Ort in den USA. BMW hat einen starken Einsatz in South Carolina und produziert dort den X5, Z4, früher auch den Z3, sowie den BMW 318i. Wenn BMW sich hierdurch genügend Währungsrisiko abwelzt, dann ist die Reduktion des Hedges weniger gravierend als es den Anschein macht.

Unserer Einschätzung nach ist der einzige Grund für die kürzliche Dollarerhöhung, dass zu viele an eine weitere Schwächung des Dollars geglaubt haben, und es eine Gegenreaktion gab, die durch Stützungskäufe insbesondere asiatischer Zentralbanken ausgelöst wurde.So lange wie die USA Budget- sowie Handelsbilanzdefizite von über 5% des Bruttoinlandproduktes führen; so lange wie Japan und China hunderte von Milliarden Dollarn an US Staatsanleihen kaufen (Japan hat im Januar alleine US$ 70 Millarden gekauft) - und dieses Spiel eines Tages aufgeben müssen - hat der US Dollar jedoch wenig Chancen sich langfristig zu stabilisieren. Sogar Russland hat dieses jahr über $10 Milliarden ausgegeben, um den Dollar zu stützen!

Hinzu kommt, dass der US Verbraucher verschuldeter ist als je zuvor, nur diese Tage bei tiefsten Zinsen - sprich einem grossen Risiko ausgesezt sind, sollten die Zinsen steigen. Gleichzeitig werden durch den tiefen Dollar Rohstoffpreise teurer. Dies bedeutet, dass Firmen ihre höheren Koten nicht an den nicht mehr kaufkräftigen Verbraucher weiterleiten können.Um ihre Margen zu halten, werden deswegen kaum Arbeitsplätze geschaffen,trotz einer Injektion von 1000 Milliarden Dollarn an Steuersenkungen und staatlichen Mehrausgaben. Ohne Jobs fehlt jedoch auch der Konsum.

Schon jetzt sind Autoleasingverträge von 7 Jahren mit 0% Finanzierungen im Angebot, um dem US Verbraucher noch ein letztes Mal ein Auto zu verkaufen.

Dies alles bedeutet, dass es BMW und Konkurrenten in den nächsten Jahren sehr schwer haben werden, und dabei zusätzliche Risiken durch Währungshedging einzugehen, könnte BMW das Genick kosten, wenn die Rechnung nicht aufgeht.

Wir investieren seit einiger Zeit gar nicht mehr in der deutschen Autoindustrie, gerade wegen des Dollarrisikos, sowie des Risikos, dass der US Verbraucher nach über 10 Jahren Boom eine Pause braucht; auf Grund der massiven stimulierenden Massnahmen der US Regierung könnte diese "Pause" gravierend ausfallen, wenn sie endlich kommt.

Wenn Sie weitere Fragen haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Axel Merk
Merk Investments

Analyst Disclosure: Weder Axel G. Merk, seine Familie, noch Merk Investments halten BMW Aktien.

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